VLN vom 10.04.10
"Dominator" strauchelt über Technik
Beflügelt vom Erfolg des ersten Rennens in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) startete Dörr Motorsport ins Training zum zweiten Lauf. Doch statt mit gewohntem Erfolg machte das BMW Z4 Coupé mit technischen Problemen auf sich aufmerksam, die das Team auch im Rennen nicht verließen.
Mit drei Fahrern besetzt schickten die Teamchefs von Dörr Motorsport Rainer Dörr und Jörg Ullmann die Speerspitze des aus Butzbach stammenden Rennteams in den zweiten Lauf zur VLN. Rudi Adams (Ahütte), Stefan Aust (Münster) und Hanspeter Strehler (Schweiz) bildeten ein schlagkräftiges Trio, das ohne Zweifel für einen erneuten Sieg in der Klasse SP6 in Frage kam. Rudi Adams setzte mit einer Rundenzeit von 8:50 Minuten eine erste Marke im offiziellen Training am frühen Samstagmorgen und stellte das BMW Z4 Coupé vorläufig auf Startplatz eins der Klasse. Nach nur einer Runde übergab er den Wagen an seinen Fahrerkollegen aus der Schweiz, der nach entsprechenden Tipps von Rudi Adams auf Anhieb rund 20 Sekunden schneller war als noch im ersten Rennen Ende März. Auch Stefan Aust konnte seine persönliche Bestzeit erneut verbessern, was jedoch nicht ausreichte, um die zwischenzeitlich schnellere Rundenzeit der Konkurrenz zu unterbieten. Adams stieg erneut in den schwarzen Boliden, um Startplatz eins zurückzuholen. In 8:41 Minuten gelang ihm eine fehlerfreie Runde, doch der Wettbewerb war dennoch einen Wimpernschlag schneller. Adams gab sich nicht geschlagen und drehte eine weitere Runde, die jedoch im Streckenabschnitt Bergwerk ein jähes Ende nahm: Ohne Vorwarnung knickte am Z4 Coupé das hintere rechte Rad weg - Adams spielte sein ganzes Können aus und benötigte die gesamte Streckenbreite, um den Wagen ohne Leitplankenkontakt zum Stillstand zu bringen. Nach kurzer Inspektion entschied er sich, im Schleichgang die Box zu erreichen. Die Mechaniker arbeiteten bis zur letzten Minute am Auto, wechselten den Radträger und erneuerten zahllose Komponenten, um das Coupé planmäßig ins Rennen schicken zu können.
Von Startplatz zwei der Klasse SP6 mit lediglich 3/100 Sekunden Rückstand ging Adams als Startfahrer in den zweiten Lauf zur VLN. Von Anfang an ging es in der Spitzengruppe heiß her - es wurde Stoßstange an Stoßstange, hart aber fair gekämpft und in Runde zwei hatte Adams die Spitze der Klasse übernommen. In Runde fünf, im Streckenabschnitt Tiergarten/Antoniusbuche, einer der schnellsten der Nordschleife, versagte erneut der Radträger hinten rechts seinen Dienst. Bei Tempo deutlich über 250 km/h musste Adams sprichwörtlich zaubern, um zu verhindern, dass der Wagen einen Unfall erleidet. Mit viel Glück erreichte Adams ohne weitere Schäden die Box, wo sich die Mechaniker sofort an die Reparatur begaben. In gut 20 Minuten erhielt das Coupé wieder neue Teile und ging, nun mit Stefan Aust hinterm Volant, erneut ins Rennen. Nach nur einer Runde kehrte Aust an die Box zurück, um alle Schraubverbindungen kontrollieren zu lassen. Erneut ging Aust ins Rennen, absolvierte eine schnelle Runde, ehe er in Runde 13 mit abgescherter Antriebswelle ausrollte und das Rennen vorzeitig beenden musste.
Deutlich weniger Glück hatte der BMW 135i, ebenfalls von Dörr Motorsport vorbereitet und eingesetzt: Durch einen Unfall bereits in Runde zwei endete für Stefan Kenntemich (Wettenberg), Rainer Prenzel (Rosbach), Friedrich Holoch (Stuttgart) und Christian Penno (München) das zweite Rennen der Saison sehr früh. Für den BMW M3 GT4, der seine Feuertaufe am Ring erlebte, war das Rennen ein reiner Funktionstest für das anstehende 24h-Rennen im Mai. Guido Majewski (Leipzig), Rolf Scheibner (Ottobrunn) und Peter Posavac (Essen) drehten insgesamt zwar 17 problemlose Runden, jedoch ohne Anspruch auf einen Klassensieg.
Der dritte Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet am 24. April 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
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